
Foto: Marta Knöpfel (Wirtschaftsförderung Wendland.Elbe) v.l.n.r. Jan Ceyssens, Joachim Bunk, Landrätin Dagmar Schulz, Ministerin Melanie Walter und Prof. Dr. Ani Melkonyan-Gottschalk
Der Landkreis Lüchow-Dannenberg ist ein gutes Beispiel für die Erprobung von Kreislaufwirtschaft im ländlichen Raum.
Auf Einladung der Niedersächsischen Ministerin für Europa und Regionale Landesentwicklung, Melanie Walter, hatte der Landkreis Lüchow-Dannenberg die Möglichkeit zur Teilnahme an einer Podiumsdiskussion im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Niedersachsen: Schlüsselregion für Transformation“ in der niedersächsischen Landesvertretung in Brüssel. Auch die hiesige Wirtschaftsförderung war eingebunden.
Impulse und Erfahrungen, wie Transformationsprozesse im ländlichen Raum erfolgreich umgesetzt werden können, standen im Mittelpunkt der Diskussionsveranstaltung „Circular Society und Circular Economy“.
Melanie Walter, Niedersachsens Ministerin für Europa und Regionale Landesentwicklung, eröffnete die Veranstaltung in der Brüsseler Landesvertretung: Transformation beginne vor Ort, so die Ministerin. Ein starkes Beispiel sei die „Circular Rural Region Lüchow-Dannenberg“, bekräftigt Melanie Walter.
Lüchow-Dannenbergs Landrätin Dagmar Schulz betont, dass Transformationsprozesse auch vom bürgerlichen und unternehmerischen Engagement profitierten. „Aus unserer Geschichte heraus sind wir eine Region, der Nachhaltigkeit und Resilienz sehr wichtig sind.“
Kreislaufwirtschaft gemeinsam gestalten
Fachlichen Input gab es u. a. von Jan Ceyssens, Mitarbeiter der Europäischen Kommission, im Hinblick auf den für dieses Jahr angekündigten „Circular Economy Act“ mit rechtlichen Regelungen zur Kreislaufwirtschaft.
Weiterhin gab Prof. Dr. Ani Melkonyan-Gottschalk (Institut für Aufbereitung, Recycling und Kreislaufwirtschaftssysteme / TU Clausthal) einen inhaltlichen Einblick in die Kreislaufwirtschaft. Mit der TU Clausthal ist der Landkreis Lüchow-Dannenberg über ein Forschungsprojekt zu Kreislaufwirtschaft auf europäischer Ebene verbunden. Die Umweltsoziologin Prof. Melanie Jäger-Erben (TU Cottbus-Senftenberg) stellte die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der Circular Society als Voraussetzung für gelingende Prozesse in den Mittelpunkt ihres fachlichen Inputs.
In der anschließenden Diskussion erörterten Ministerin Melani Walter und Landrätin Dagmar Schulz, gemeinsam mit Wirtschaftsvertretern, und mit Expertinnen und Experten unterschiedliche Aspekte und Fragen zur Kreislaufwirtschaft. In der Debatte wurden politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Aspekte auf dem Weg zu einer zirkulären Wirtschaft in ländlichen Räumen aus europäischer und regionaler Perspektive beleuchtet, sowie erforderliche Rahmenbedingungen diskutiert.
Für Landrätin Dagmar Schulz war dieses eine gute Möglichkeit, die regionale Perspektive der Aktivitäten in Lüchow-Dannenberg auf dem Weg zu einer zirkulären Wirtschaft im ländlichen Raum einzubringen. Für das Gelingen von tiefgreifenden und vielfältigen Veränderungen ist es von Bedeutung, die Menschen mitzunehmen und sie als aktive Gestaltende des Wandels zu beteiligen. Welche Voraussetzungen dafür geschaffen werden müssen, wurde bei dieser Veranstaltung diskutiert, ebenso wie der Wert passgenauer Anschubförderungen.
Kreislaufwirtschaft dürfe nicht auf technische Aspekte, etwa auf das Recycling, reduziert werden. Auch Fragen zu „Überkonsum“ oder nachhaltigem Konsum sind erörtert worden.
Die Veranstaltung hat eindrucksvoll gezeigt, dass ländliche Räume wie die Modellregion Landkreis Lüchow-Dannenberg mit ihrem bürgerschaftlichen Engagement und zivilgesellschaftlich getragenen Projekten wie „Circular Rural Region Lüchow-Dannenberg“ entscheidende Beiträge zur Kreislaufwirtschaft und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten. Es besteht die Notwendigkeit, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gemeinsam für die Umsetzung einer Kreislaufwirtschaft (Circular Economy) zu mobilisieren.
Es wurde auch deutlich, dass der für das kommende Jahr angekündigte europäische Rechtsakt zur Kreislaufwirtschaft („Circular Economy Act“) die spezifischen Rahmenbedingungen ländlicher Räume stärker berücksichtigen sollte, um eine umfassende Transformation zu ermöglichen.
Hintergrund:
Projekt Wendland Zirkular / Circular Rural Region Lüchow-Dannenberg
Im Rahmen des Projekts „Circular Rural Regions“ wird Lüchow-Dannenberg von 2024 bis 2027 gemeinsam mit weiteren vier deutschen Regionen das Thema „Regionale Kreislaufwirtschaft für nachhaltige Wertschöpfung im ländlichen Raum“ voranbringen und sich mit europäischen Partnerregionen austauschen. https://wirtschaft-dan.de/wendland-zirkular/
Circular Economy Initiative Deutschland
Die Circular Economy Initiative Deutschland hat ein klares Ziel vor Augen: eine Roadmap für eine zukunftsfähige Kreislaufwirtschaft in Deutschland. Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft arbeiten in der Initiative gemeinsam an dieser Mission, indem sie neue Wege in eine zirkulare Wirtschaft aufzeigen. https://www.acatech.de/publikation/circular-economy-roadmap-fuer-deutschland/


