Austausch zu lokalen Verpackungssystemen: Veranstaltungsreihe „Zirkeltraining Kreislaufwirtschaft“ gibt praxisnahe Impulse

Symbolbild: Kreislaufwirtschaft im Rundlingsdorf mit lokalen Verpackungssystemen

Am 3. Juni 2026 fand in den Räumlichkeiten der Wirtschaftsförderung Wendland.Elbe das erste Treffen der neuen Veranstaltungsreihe „Zirkeltraining Kreislaufwirtschaft“ statt – organisiert von WENDLAND ZIRKULAR, dem Kreislaufwirtschaftsprojekt der Wirtschaftsförderung. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich Unternehmen in der Region auf die kommenden Vorgaben der europäischen Verpackungsverordnung (PPWR) vorbereiten können und welche Best-Practice-Ansätze bereits heute zur Umsetzung einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft beitragen.

Im Fokus: Die neue europäische Verpackungsverordnung (PPWR)

Eingeführt wurde in die wichtigsten Neuerungen der PPWR, die am 12. August 2026 vollumfänglich in Kraft tritt. Ziel der Verordnung ist die Schaffung eines einheitlichen Rechtsrahmens für Verpackungen und Verpackungsabfälle in der gesamten EU. Die zentralen Vorgaben umfassen:

  • Deutliche Reduzierung von Verpackungsabfällen: Unternehmen werden verpflichtet, Verpackungsmengen zu minimieren und Ressourcenschonung in den Mittelpunkt zu stellen.
  • Verbesserte Recyclingfähigkeit und Wiederverwendbarkeit: Verpackungen müssen künftig so gestaltet sein, dass sie einem hochwertigen Recyclingprozess zugeführt werden können. Mindestquoten und neue Stoffbeschränkungen – etwa für PFAS – sind einzuhalten.
  • Förderung der Kreislaufwirtschaft: Die Verordnung nimmt Hersteller und Vertreiber stärker in die Verantwortung. Ab 2027 greift die erweiterte Produzentenverantwortung (EPR), die unter anderem neue Registrierungs- und Berichtspflichten mit sich bringt.
  • Harmonisierte Kennzeichnung und Kompostierbarkeit: Neue Vorgaben sorgen europaweit für einheitliche Standards und Transparenz.

Unternehmen werden dazu angehalten, ihre Verpackungsstrategien frühzeitig zu überprüfen, interne Prozesse anzupassen und die langfristigen Ziele – wie Wiederverwendung und Einsatz von Rezyklaten – aktiv in ihre Produktentwicklung einzubeziehen.

Best-Practice: Nachhaltige Verpackungslösungen von elbwolle/vauno

Ein Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf den innovativen und nachhaltigen Verpackungslösungen von elbwolle/vauno. Das Unternehmen erprobte verschiedene Ansätze, um Versand und Verpackung ressourcen- und umweltschonend zu gestalten:

  • Wiederverwendung von Verpackungen: Es kommen gebrauchte Kartons und Kartonagen aus Überproduktionen zum Einsatz, beispielsweise von Anbietern wie Kartonfritze. So werden Ressourcen geschont und Verpackungsmüll reduziert.
  • Nachhaltige Materialien: Im Vergleich zu Holz ist Gras ein schnell nachwachsender Rohstoff. Die Nutzung von Graspapier bietet daher ökologische Vorteile und wird besonders nachhaltig, wenn ausschließlich regionale Gras- und Ausgleichflächen verwendet werden. Die Aufbereitung von Graspapier erfordert deutlich weniger Energie und Wasser. Zudem ist die CO₂-Einsparung gegenüber herkömmlichen Kartonagen signifikant. Ein Beispiel hierfür ist das Produkt GREENCORE der Firma Cartoflex aus Lüneburg.
  • Mehrwegsysteme im Versand: Die Alternative zum Einwegkarton stellen Mehrweg-Versandtaschen dar. Nach erfolgreichen Praxistests ist dieses Konzept inzwischen ein etabliertes System. Verschiedene Modelle, wie beispielsweise boomerang und hey circle, zeigen, wie Mehrweglösungen im Versandhandel umgesetzt werden kann – inklusive Tracking, Pfandsystemen und erhöhter Kundenbindung. Die Umstellung auf nachhaltige Verpackungen bietet nicht nur ökologische Vorteile, sondern wirkt sich auch wirtschaftlich positiv aus, etwa durch geringere laufende Kosten, ein verbessertes Unternehmensimage und kreative Maßnahmen zur Kundenbindung. So wurden beispielsweise beim Rücksenden kleine Überraschungen wie Schokolädchen in den Mehrwegtaschen versteckt.

Ausblick

Die Veranstaltungsreihe „Zirkeltraining Kreislaufwirtschaft“ wird fortgesetzt und bietet lokalen Unternehmen eine Plattform, sich über aktuelle rechtliche Entwicklungen zu informieren, Erfahrungen zu teilen und gemeinsam die Transformation hin zu nachhaltigen, kreislauforientierten Wertschöpfungsketten zu gestalten.

Hinweis: Die Veranstaltung diente der Erstinformation. Für verbindliche Rechtsauskünfte und detaillierte Beratung wenden Sie sich bitte an Fachanwälte oder die zuständigen Behörden.