
Am 22. November 2025 fand im Alten Rathaus Lüchow der erste Zirkuläre Weihnachtsmarkt statt. Die Veranstaltung von Wendland Zirkular in Zusammenarbeit mit Quartier Vier e. V., der Samtgemeinde Lüchow (Wendland) und dem Landesverband Soziokultur Niedersachsen bot rund 200 Besuchenden Inspiration für eine bewusstere und nachhaltigere Weihnachtszeit. Das zentrale Anliegen war, die verschiedenen Etappen der Kreislaufwirtschaft greifbar zu machen und Alternativen zum traditionellen Überkonsum aufzuzeigen.
Regionale Produkte
Der Zirkuläre Weihnachtsmarkt präsentierte zahlreiche Gelegenheiten, sich mit Kreislaufwirtschaft auseinanderzusetzen – beginnend bei der Frage: „Wie kann ich regionale Produkte selbst herstellen oder beziehen?“ So waren beispielsweise die „Naturkosmetik Selbermachen“-Workshops von Inga Thielcke überaus beliebt und zeigten, wie einfach und mehrwertig es ist, eigene Produkte zu schaffen. Die regionalen Fichten von Elke Urbansky verdeutlichten den Wert lokaler Produkte, die nach den Festtagen als Kompost in Gärten zurückgeführt werden können. Auch die Produkte von elbwolle / vauno unterstrichen diesen kreislauffähigen Ansatz, indem sie regionale (und kompostierbare) Wolle verarbeiteten und damit Müll sowie lange Transportwege für das Scheren und Färben vermeiden. Wer in den kreislauffähigen Groove einsteigen wollte, fand Trommeln aus Wendlandziegen und regionalem Holz vor.

Produkt-Lebensdauer
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Verlängerung der Produktlebensdauer. Es wurde anschaulich demonstriert, wie bereits vorhandene Produkte möglichst lange genutzt und erhalten werden. Das Reparatur Café war durchgehend im Einsatz und half dabei, defekten Gegenständen ein zweites (oder drittes) Leben zu schenken. Die Beratungen von GuteIT boten wertvolle Unterstützung bei Fragen rund um die Langlebigkeit von IT-Produkten – darunter insgesamt 45 Neuberatungen. Zudem wurde gezeigt, wie nichtmehr-benötigte Produkte sinnvoll weiterverwendet oder umfunktioniert werden können: Die Schülerinnen der BBS Sprachintegrationsklasse verkauften beispielsweise Sitzkissen, die sie aus alter Kleidung des Sozialkaufhauses möbel & mehr hergestellt hatten, mit herausragendem Verkaufstalent (ohne Deutsch als ihre Muttersprache). Elke Kuhagen fertigte neue Produkte aus ehemaligen Pelzmänteln. Heinz Schoeder nutzte übriggebliebene Farben für seine Kunst aus alten Fliesen. Die Besuchenden hatten zudem die Möglichkeit, an einem Rundgang zur Kreislaufwirtschaft teilzunehmen und ihre Fragen direkt an die Projektleitung zu richten.
Positive Resonanz
Die Resonanz war durchweg positiv. Die Ausstellenden äußerten sich sehr zufrieden und betonten den Wert thematischer Weihnachtsmärkte. Sie hoben hervor, dass auf Märkten wie dem Zirkulären Weihnachtsmarkt der Fokus stärker auf Handwerk und nachhaltigen Produkten liegt. Im Gegensatz dazu stünde bei herkömmlichen Märkten oft der Essenskonsum im Vordergrund. Handwerkschaffende fühlten sich manchmal als Attrappe. Die Besuchenden genossen die gemütliche und lebhafte Atmosphäre, die durch den Duft von Waffeln und Kakao von Quartier Vier sowie den Geruch der regionalen Fichten bereichert wurde. Quartier Vier nutzte die Gelegenheit zudem, um über die Initiative des Alten Rathauses zu informieren. Ein spontanes Klavierkonzert trug ebenfalls zur besonderen Stimmung bei. Selbstverständlich gab es vor Ort als Belohnung für nachhaltiges Handeln Klima-Taler.
Der Zirkuläre Weihnachtsmarkt war ein inspirierender Tag, der die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft auf greifbare und ansprechende Weise vermittelte. Wir bedanken uns bei allen Beteiligten und freuen uns auf zukünftige Veranstaltungen, die diesen wichtigen Gedanken weiter in die Gesellschaft tragen.

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